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27.07.2017, 08:03 Uhr | NWZ - Werner Fademrecht
CDU glaubt an Chance für Kreisel
Trotz eines rechtskräftigen Beschlusses starten CDU und Bürgerinitiative einen neuen Anlauf. Es geht um den Knotenpunkt Astruper / Bümmersteder Straße

Sandkrug Die neue Kreuzung Astruper/Bümmersteder Straße kommt später als gedacht. Da alle vorliegenden Angebote das erwartete Auftragsvolumen um mehr als das Doppelte überschreiten, hat der Landkreis die Notbremse gezogen und wird die Arbeiten neu ausschreiben.

Die CDU in der Gemeinde Hatten will diesen Aufschub nutzen und versucht, mit einem Antrag an die Gemeinde Unterstützung für einen kompletten Neuanfang zu erhalten – ein Kreisel soll her. „Weil er die bessere Lösung ist“, wie Fraktionsvorsitzender Thomas Schulze überzeugt ist. Die Einwohnerzahl und die Verkehrsbelastung steige aufgrund neuer Baugebiete stetig. Die Neubeplanung der historischen Gaststätte mit 40 Wohneinheiten werde das massive Verkehrsproblem an den Bahnschranken noch verstärken, so Schulze. „Wir brauchen die Unterstützung der Gemeinde und der Bürgerschaft, dann können wir mit neuen Leuten und neuen Ideen das Problem lösen.“

Im Gemeinderat sei die Initiative leider aus parteipolitischer Taktik heraus blockiert worden, meint Schulze. Auch die Unterführung der Bahn ist für die CDU noch nicht vom Tisch. Nach der Sommerpause müsse eine kostengünstige Vorstudie für die Unterführung unter Berücksichtigung eines Kreisels durch den Rat in Auftrag gegeben werden, so der Fraktionsvorsitzende.

Für die Kreisverwaltung bestehen dagegen keine Zweifel, dass es eine klassische Kreuzung mit Ampeln und Abbiegespuren geben wird – nur etwas später, als ursprünglich geplant. „Wir haben einen rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss, der für die nächsten fünf Jahre Wirkung hat“, betont Amtsleiter Dieter Hahn. Alle Einspruchsmittel seien erschöpft. Selbstverständlich sei bei der Planung auch ein Vergleich der beiden Varianten, Kreuzung und Kreisel, vorgenommen worden. „Für die schwächeren Verkehrsteilnehmer ist eine Kreuzung mit Ampel die sicherere Lösung“, so Hahn. Vorteile für den Verkehrsfluss, wenn mal wieder die Bahnschranken unten wären, gebe ein Kreisverkehr auch keine, eher eine Ampel, die an die Schließzeiten der Bahnschranken gekoppelt werde.

Eine erneute Ausschreibung will der Kreis zwischen November/Dezember auf den Weg bringen, um 2018 frühzeitig „auf dem Markt zu sein“. Für die Verzögerungen bittet der Amtsleiter um Verständnis. „Liebend gern“ hätte man das Projekt im Sommer abgeschlossen, aber mehr als doppelt so hohe Kosten seien nicht akzeptabel.

Unterstützung durch die Bürgerschaft erhält die CDU mittlerweile in Form einer Onlinepetition, die die „Bürgerinitiative Verkehrsführung Sandkrug“ gestartet hat. Initiatoren sind die Sandkruger Franz Nieper und Andreas Wenger, die beide erfolglos Einsprüche gegen die Planfeststellung erhoben hatten. „Gegenstand der Einsprüche war, dass aus unserer Sicht sowohl die heutige Gesamtsituation des Verkehrs in Sandkrug als auch die möglichen Handlungsalternativen nicht ausreichend untersucht worden sind“, so Wenger.

Langfristiges Ziel der Initiative sei es, ein nachhaltiges Gesamtkonzept für den Verkehr in Sandkrug zu erarbeiten. „Um aber nicht heute schon die Zukunft zu verlieren, muss aus unserer Sicht verhindert werden, dass heute unumkehrbare Fakten für die nächsten Jahrzehnte geschaffen werden, indem die jetzige Planung umgesetzt wird“, so der Sandkruger.

Am Donnerstag, 3. August, um 19.30 Uhr lädt die Bürgerinitiative zu einer Versammlung/Diskussion in die Gaststätte „Zum Pfefferkorn“ ein. Die Initiative setzt sich für die künftige Arbeit selbst folgende Ziele: Sachlichkeit, Offenheit, konstruktives und lösungsorientiertes Arbeiten, Unabhängigkeit und Überparteilichkeit.